Traumatherapie
Überwältigende Erfahrungen verstehen, einordnen und in die eigene Geschichte integrieren.
Wenn das innere Gleichgewicht überfordert wird
Traumatische Erfahrungen sind Situationen, die das innere Gleichgewicht überfordern und die Fähigkeit zur Selbstregulation nachhaltig beeinträchtigen können.
Sie entstehen nicht durch „Schwäche“, sondern durch Ereignisse, die zu intensiv, zu plötzlich oder zu bedrohlich waren, um sie im Moment zu verarbeiten. Viele Betroffene erleben anhaltende Belastungen, die sich auf Gefühle, Körperempfinden, Beziehungen und den Alltag auswirken können.
Traumatherapie schafft einen sicheren Rahmen, in dem diese Erfahrungen verstanden und neu eingeordnet werden können.
- Wiederkehrende Erinnerungen und Flashbacks
- Anhaltende Anspannung, Schreckhaftigkeit, Schlafprobleme
- Ängste und Zwänge
- Negative Grundüberzeugungen von der eigenen Person
- Süchte oder Essstörungen
- Schwierigkeiten in Beziehungen und im Alltag
Sie bleiben in ihrem Inhalt unverändert schlimm — aber sie können erzählt, erfasst und begriffen werden und dadurch in ihrer emotionalen Wucht nachlassen.
Belastung reduzieren, Stabilität zurückgewinnen
In einer traumatischen Situation ist die normale Verarbeitung von Sinneseindrücken gestört: Die Erfahrung wird nicht als vergangenes Ereignis abgelegt, sondern in Bruchstücken gespeichert.
Deshalb verblasst sie nicht, sondern wird durch Auslöser immer wieder hervorgerufen — mit allen Sinneseindrücken. Solche Flashbacks sind weder kontrollierbar noch steuerbar und eine große Belastung.
Bei lang andauernden Belastungen können Inhalte so weit abgespalten werden, dass bewusstes Erinnern nicht mehr möglich ist.
Traumatherapie aktiviert diese Erfahrungen in einem konstruktiven, geschützten Rahmen und erlaubt es, die abgespaltenen Inhalte zu bearbeiten.
Ziel ist es, Belastungen zu reduzieren, innere Stabilität wiederherzustellen und die eigene Lebensgeschichte so zu integrieren, dass sie nicht mehr überwältigend wirkt — und wieder mehr Raum für Sicherheit, Autonomie und Lebensqualität lässt.
Sie entscheiden, wie tief Sie gehen möchten — und in welchem Tempo.
Psychologische Modelle und neurobiologische Grundlagen
Ich nutze einen integrativen, traumasensiblen Ansatz, der psychologische und neurobiologische Grundlagen verbindet.
Imagery Rescripting & Reprocessing Therapy
IRRT ermöglicht es, belastende Erinnerungen in einem geschützten therapeutischen Prozess neu zu erleben und umzustrukturieren. Dabei werden alte, dysregulierende Muster durch neue, stärkende und selbstfürsorgliche Erfahrungen ersetzt.
Verarbeiten und stabilisieren
Die Methode unterstützt sowohl die emotionale Verarbeitung als auch die Entwicklung eines stabilen, inneren Selbstbildes. Ergänzend arbeite ich mit Verfahren aus Gesprächstherapie, systemischer Therapie, Verhaltenstherapie sowie Entspannungs- und körperorientierten Methoden.
Drei Typen von Traumata
Ein einmaliges Ereignis
Schwere Unfälle, Naturkatastrophen oder Gewalterfahrungen, denen die betroffene Person direkt ausgesetzt war oder die sie als Zeuge miterlebt hat. Das Ereignis lässt sich zeitlich gut einordnen.
Andauernd oder wiederholt
Länger andauernde oder sich wiederholende Traumatisierungen, etwa wiederholte sexuelle, körperliche oder emotionale Gewalt. Die Erinnerungen sind oft diffus oder ganz abgespalten; häufig bestehen ausgeprägte negative Grundüberzeugungen.
Über Generationen weitergegeben
Die Traumatisierung fand in einer vorausgegangenen Generation statt — etwa durch Hungersnot oder Krieg. Mit der Weitergabe solcher Erfahrungen beschäftigt sich die Epigenetik.
Ich freue mich, Sie kennenzulernen.
Was viele vorher wissen möchten
Nein. Wir arbeiten in einem Tempo, das für Sie tragbar ist, und beginnen mit Stabilisierung. Sie entscheiden, wann und wie weit wir an belastende Inhalte herangehen.
Das ist häufig — gerade bei lang andauernden Belastungen sind Erinnerungen diffus oder abgespalten. Eine Therapie ist auch dann möglich; wir arbeiten mit dem, was da ist.
Sie schildern Ihr Anliegen, ich stelle Fragen und gebe eine ehrliche fachliche Einschätzung, wie eine Begleitung aussehen kann. Danach entscheiden Sie in Ruhe über die nächsten Schritte.
Der Schwerpunkt liegt auf der Arbeit vor Ort. Ergänzend sind Online-Sitzungen in Absprache möglich, wenn ein persönliches Treffen nicht machbar ist.
Was oft mit hineinspielt
Bindung als Grundlage
Wenn frühere Erfahrungen bis in die Beziehung hineinwirken.
Nähe, Grenzen und Selbstwert
Wenn belastende Erfahrungen die eigene Sexualität prägen.
Intensiv, mit Abstand zum Alltag
Mehrere Sitzungen in kurzer Zeit, fern vom gewohnten Umfeld — auf Wangerooge.
Wenn Sie etwas Ähnliches erlebt haben.
Schreiben Sie mir kurz, worum es geht. Ich melde mich persönlich bei Ihnen — vertraulich und ohne Verpflichtung.

